Schlagwort-Archive: Streik

Die Arbeit im Digitalen Kapitalismus

Vortrag am am 21.11. um 19.00 im Conne Island

Treffpunkt für weitere Aktionen : 24.11.17, 9:30, Torgauer Platz

Die Fabrik, entstanden aus den spätmittelalterlichen Manufakturen & den Schiffen der kolonialen Seefahrt, ist eine Konstante in der Ausbeutung der Arbeiter*innen. Aber so konstant ihre Rolle, so verschieden die Formen die sie über die Jahrhunderte angenommen hat, genauso die Art und Weise in der sie mit Weltmarkt und anderen Fabriken in Kontakt steht.
Die zwei wichtigsten Entwicklungen der letzten JaDie Fabrik, entstanden aushrzehnte sind dabei wohl die rasanten Fortschritte der Logistik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Digitalisierung und Vernetzung, die seit dem Eintritt der Computer in die Produktion zu immer wichtigeren Bestandteilen der arbeitsteiligen Produktion wurden. Dabei entstehen mehr und mehr Unternehmensstrukturen, die über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg Produktion und Verteilung organisieren und dabei mehr und mehr der dabei entstehenden Arbeit und Koordination an Maschinen und Algorithmen auslagern.
Der Begriff „Industrie 4.0“ steht häufig im Zusammenhang mit Lobliedern auf die Zukunft. Dabei wird verschleiert was dies für die Menschen, die in den Fabriken arbeiten, bedeutet.
Die durch die Automation überfällig gewordenen Jobs verschaffen den Arbeiter*innen nicht etwa Entlastung. Ihr Wegfall verschärft vielmehr den Druck des schneller, besser, billiger.

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Redebeitrag: 1.Mai 2016 in Plauen

gehalten auf der antifaschistischen Demonstration des Bündnisses “time to act” gegen den Naziaufmarsch der nationalsozialistischen Partei “III. Weg” und die sächsischen Verhältnisse:

Liebe Antifaschist*innen und Genoss*innen,

es führt kein Weg drum herum: Wir müssen heute, am 1. Mai 2016, den Nazis vom „Dritten Weg“ den Tag versauen. Die völkische Ideologie und das aus ihr resultierende Handeln sind menschenverachtend. Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Hunger geflüchtet sind, Jüdinnen und Juden, Homosexuelle, Nicht-Weiße, Menschen mit Behinderung, Linke, alle als „anders“ Definierte: Sie alle werden heute bedroht, sie alle sind in Gefahr. Die Leute, gegen die wir heute protestieren, stehen in der Tradition des Nationalsozialismus, einer Gesinnung und Bewegung, die vor kaum 80 Jahren schon ihr unfassbar grauenhaftes Potential entfaltete. Es muss unser Bestreben sein, diese Gesinnung & Bewegung für immer verschwinden zu lassen. Deswegen darf ihr öffentliches Auftreten nicht unbeantwortet bleiben. Doch so notwendig es heute ist zu protestieren, so notwendig ist es auch uns zu fragen, wie wir diesen unerträglichen Zustand, dass es immer noch Nazis gibt, ein für alle mal beenden können. Dafür müssen wir erst den Zusammenhang verstehen, der diese Leute dazu treibt, ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße zu tragen. Weiterlesen

Mieten runter – Löhne und Gehälter rauf! – oder was Zwangsräumungen mit dem Niedriglohnsektor zu tun haben

Die Arbeitskämpfe in den letzten Monaten bei der Bahn oder bei Amazon haben deutlich gemacht, dass Streiks durchaus nicht der Vergangenheit angehören. In der letzten Zeit wurden sogar Arbeitskämpfe in Sektoren bekannt, die gemeinhin als schwer oder nicht organisierbar galten. So gab es in Berlin einen erfolgreichen Arbeitskampf in einem Spätkauf, Gefangene gründen eine Gewerkschaft und Geflüchtete kämpfen für das Recht auf Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Eine Folge des wachsenden Niedriglohnsektors bei gleichzeitig steigenden Mieten in der BRD sind Mietschulden, die oftmals mit Kündigungen und Zwangsräumungen enden. Zunehmend wehren sich Mieter_innen gegen ihre drohende Vertreibung.

Gemeinsam wollen wir uns dann die Frage stellen, wie die Kämpfe am Arbeitsplatz mit diesen Selbstorganisationsversuchen von Mieter_innen verbunden werden können. Schließlich beginnen sowohl am Arbeitsplatz als auch im Wohnumfeld Menschen ihre Angst zu verlieren, lernen ihre Kolleg_innen und Nachbar_innen können und beginnen sich in ihrem Alltag zu wehren.

Dazu haben wir zwei Referenten eingeladen. Der Journalist Peter Nowak wird einige Facetten der neuen Streiks und Arbeitskämpfe vorstellen. Er hat in der Edition Assemblage das Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“ herausgegeben.

Matthias Coers, Regisseur des Films „Mietrebellen“ wird anhand von Videos aktuelle Mieter_innenkämpfe vorstellen.

Am Freitag, den 4. März 2016, um 19.00 Uhr im Stadtteilladen Zweieck (Zweinaundorferstr. 22, Leipzig).