Schlagwort-Archive: Revolution

Transparent mit der Aufschrift "Kampf dem Patriarchat", dahinter ein Bengalo

Keine Revolution ohne Feminismus!

Unser Redebeitrag auf der Demonstration zum Feministischen Kampftag 2017 in Leipzig. Englische Version unten! // Our speech on the the feminist fight day demonstration 2017 in Leipzig. English version below!

Liebe Genoss*innen,

im Angesicht des ungebrochenen Fortbestehens weltweiter patriarchaler Unterdrückung und dem Wiedererstarken regressiver Familien- und Frauenbilder haben wir uns heute zum internationalen Frauenkampftag versammelt. Patriarchat, das ist die Herrschaft der Männer über Frauen und alle, die nicht in das binäre Geschlechterverhältnis passen. Die binären Geschlechterkategorien sind herrschaftliche, gesellschaftliche Konstruktionen die in ihrer Starrheit aufgelöst werden müssen. Ohne auch die verschiedenen sozialen Realitäten von Frauen zu ignorieren wollen wir aber an der Kategorie Frau festhalten um Differenzen sichtbar zu machen, auf die wir uns im politischen Kampf beziehen müssen. Ohne die globalen Unterschiede gleichmachen zu wollen ist festzustellen: Es gibt noch keinen Ort auf dieser Welt, an dem das Patriarchat abgeschafft wurde und deswegen ist es notwendig heute auf der Straße zu stehen. Doch so notwendig es ist heute gegen die Herrschaft der Männer zu protestieren, so notwendig ist es auch uns zu fragen, wie wir diesen unerträglichen Zustand des Patriarchats ein für alle mal beenden können. Dafür müssen wir erstens die strukturellen Ursachen des Patriarchats unter den Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise beleuchten und zweitens einen kurzen Blick in die Geschichte der Frauenbewegung werfen. Nur so können wir angemessen an sie anknüpfen und dafür sorgen dass ihre Kämpfe Früchte tragen werden. Weiterlesen

Hemmnisse und Hindernisse der „Care Revolution“

Erfahrungen illegalisierter Hausarbeiterinnen in Berlin – Bericht über einen Austausch zwischen Respect Berlin, the future is unwritten und dem geladenen Publikum

Am 27. Mai 2016 haben wir als Gruppe the future is unwritten in Kooperation mit dem Lesekreis „Geschlecht und Arbeit“ der translib diverse Aktivistinnen der Berliner Gruppe Respect1 nach Leipzig eingeladen, um uns mit den anwesenden migrantischen Hausarbeiterinnen über Erfahrungen in ihren alltäglichen Auseinandersetzungen auszutauschen. Darüber hinaus sind viele weitere Frauen ohne legalen Aufenthaltsstatus im Bereich der Gastronomie beschäftigt. Die Veranstaltung konfrontierte uns als auch die anwesenden Teilnehmer*innen der Diskussion mit den prekären und mühsamen Lebens- sowie Arbeitsrealitäten der illegalisierten Arbeiterinnen, die zumeist mit der Aussichtslosigkeit hinsichtlich herkömmlicher Mittel von Arbeitskämpfen, wie etwa Streiks, um sowohl ökonomischen als auch politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gerade aus diesen Gründen wollen wir einige Eckpunkte des abendlichen Gesprächs dokumentieren, damit ein Nachdenken über die Möglichkeiten von Widerstand gerade in solch prekären Verhältnissen angestoßen wird.

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mole #3 – mole models statt role models

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Wir als Leipziger Redaktion können stolz verkünden:
Die dritte Ausgabe des mole – ums Ganze Magazin ist gedruckt und wird in den nächsten Wochen ihren Weg in diverse linke Locations finden. Diesmal haben wir uns als Schwerpunkt den Themenkomplex “Feminismus” vorgenommen. Es gibt einige Beiträge von Gruppen und Personen aus dem„ums Ganze!“ Bündnis, aber auch von Menschen, die nicht mit uns organisiert sind. Falls ihr einen bekannten Ort kennt, an dem das mole magazin unbedingt ausliegen sollte, dann schreibt uns einfach über das Kontaktformular auf der mole-Homepage. Wir versuchen das dann zu ermöglichen.

Aber schon jetzt könnt ihr online durchblättern oder die komplette Ausgabe als PDF herunterladen: http://magazin.umsganze.org/?page_id=181
Wir hoffen, dass euch die neue Ausgabe gefällt und wünschen viel Spaß beim Lesen! <3

 

Auf dem Weg zur Care-Revolution? Soziale Kämpfe in der Sorgearbeit

Eine Abendveranstaltung von uns am 27.05.2016 um 19.30 Uhr in der translib (Goetzstr. 7, Leipzig).

Im klassisch-fordistischen Familienmodell war Pflege- und Hausarbeit noch die Aufgabe der Mutter und Hausfrau, die die Abhängigkeit von ihrem arbeitenden Ehemann dazu zwang die Kinder großzuziehen, die Teller zu waschen und die Schwiegereltern zu pflegen – kurzum die Arbeitskraft als Produktionsbedingung zu reproduzieren. Heute ist zusätzlich aus der Reproduktion der Gesellschaft ein umfangreicher durchkapitalisierter Sektor geworden. Zwar sind Pflege- und Hausarbeiter*innen durch die Kommodfizierung der Carearbeit zu doppeltfreien Lohnarbeiterinnen geworden, aber genau hier fangen neue Herrschafts- und Unterdrückung an. Carearbeit wird als „weibliche“ Arbeit schlechter bezahlt, obwohl sie unter mindestens genauso miesen Bedingungen stattfindet. Entgrenzung der Arbeit, körperlicher und psychische Überanstrengung durch hohe Patiententaktzahlen bei chronischem Personalmangel usw. sind der Alltag in Careeinrichtungen im neoliberalen Kapitalismus.
Doch diese Situation lassen sich Carearbeiter*innen nicht mehr bieten! Der Kita – und Chariteé- Streik zeigten der Öffentlichkeit, dass das Gefühl Notleidenden zu helfen Carearbeiter*innen nicht ausreicht und sie sich gegen die miesen Arbeitsverhältnisse zur Wehr setzen. In großen und partiell erfolgreichen Streiks setzten sie sich gegen die Arbeitsverhältnisse zur Wehr. Wie sind die Erfahrungen dieser Kämpfe? Was können wir von ihnen lernen? Und was kann die Perspektive der radikalen Linken auf solche Auseinandersetzungen sein?
Doch auch jenseits der medial präsenten Auseinandersetzungen gibt es Organisationen gegen die Bedingungen in der vielfältigen Pflegearbeit. So findet kommodifzierte Pflegearbeit nicht nur in großen, fabrikartigen Pflegeeinrichtungen, sondern auch in Privathaushalten unter Bedingungen vollständiger Vereinzelung der Arbeiter*in statt. Wie sollen in diesem „unsichtbaren“ Bereich Kämpfe geführt werde? Welche Rolle könnte hier die radikale Linke spielen, um dieses Feld weiter zu politisieren?

Um diese Fragen mit Euch zu diskutieren laden wir für den 27.5. um 19.30h in die translib ein und diskutieren dort mit RESPECT Berlin, einem Zusammenschluss von Frauen verschiedener Herkunft, die deutsche Arbeitsverhältnisse in privaten Haushalten betrachten und kritisieren. RESPECT ist aus einem 1998 gegründeten europaweiten Netzwerk entstanden, das sich zum Ziel setzt, Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit zu organisieren und ihre Rechte zu verteidigen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

Homepage: http://www.respectberlin.org

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Redebeitrag: 1.Mai 2016 in Plauen

gehalten auf der antifaschistischen Demonstration des Bündnisses “time to act” gegen den Naziaufmarsch der nationalsozialistischen Partei “III. Weg” und die sächsischen Verhältnisse:

Liebe Antifaschist*innen und Genoss*innen,

es führt kein Weg drum herum: Wir müssen heute, am 1. Mai 2016, den Nazis vom „Dritten Weg“ den Tag versauen. Die völkische Ideologie und das aus ihr resultierende Handeln sind menschenverachtend. Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Hunger geflüchtet sind, Jüdinnen und Juden, Homosexuelle, Nicht-Weiße, Menschen mit Behinderung, Linke, alle als „anders“ Definierte: Sie alle werden heute bedroht, sie alle sind in Gefahr. Die Leute, gegen die wir heute protestieren, stehen in der Tradition des Nationalsozialismus, einer Gesinnung und Bewegung, die vor kaum 80 Jahren schon ihr unfassbar grauenhaftes Potential entfaltete. Es muss unser Bestreben sein, diese Gesinnung & Bewegung für immer verschwinden zu lassen. Deswegen darf ihr öffentliches Auftreten nicht unbeantwortet bleiben. Doch so notwendig es heute ist zu protestieren, so notwendig ist es auch uns zu fragen, wie wir diesen unerträglichen Zustand, dass es immer noch Nazis gibt, ein für alle mal beenden können. Dafür müssen wir erst den Zusammenhang verstehen, der diese Leute dazu treibt, ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße zu tragen. Weiterlesen