Besucht uns bei den Kritischen Einführungswochen!

Die Kritischen Einführungswochen an der Universität Leipzig richten sich vor allem an Studierende und sollen einen kritischen Einblick in soziale Zusammenhänhge und wissenschaftliche Diskurse ermöglichen. Wir beteiligen uns mit zwei Veranstaltungen an den Kritischen Einführungswochen und möchten herzlich dazu einladen, diese zu besuchen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Rape culture
Vortrag mit anschließender Diskussion  / 15.00 – 17.00 Uhr / S 127
Der Begriff “Rape Culture” (Vergewaltigungskultur) entstand in den 1970er Jahren unter amerikanischen Feminist*innen. Er soll deutlich machen, dass es in der Gesellschaft inhärente Strukturen gibt, die Vergewaltigungen bagatellisieren, vertuschen und damit dazu beitragen, dass sie weiterhin in solch großer Zahl stattfinden. Es geht in diesem Vortrag explizit um das strukturelle Problem männlich dominierter sexualisierter Gewalt gegenüber als Frauen bezeichneter Menschen.

unter_bau: Eine große Gewerkschaft für alle und die Transformation der Hochschule
Abendliche Diskussionsveranstaltung / 17.00 – 19.00 Uhr / HS 4
Die Universität ist ein Ort, an dem verschiedenste Gruppen von Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammentreffen: Studierende, Dozierende, Wissenschaftler*innen, aber auch Kantinenmitarbeiter*innen oder Reinigungskräfte. Die Spaltungen dieser Interessensgruppen führen zur Vereinzelung der Lohnabhängigen und zur Schwächung universitärer Kämpfe. Unter_Bau ist eine basis-gewerkschaftliche Initiative an der Goethe Universität in FFM, die versucht Widerstand zu entwickeln: Eine solidarische Gewerkschaft für den gesamten lokalen Hochschulbetrieb!

Am 2. und 3. Oktober nach Dresden! Die Einheitsparty crashen!

Die antifaschistische Kampagne „a monday without you“ ruft dazu auf, sich aus Leipzig an den Aktionen gegen die Einheitsfeier am 2. und 3. Oktober 2016 in Dresden zu beteiligen. Hierfür bietet sie einen Zugtreffpunkt zur gemeinsamen Anreise an. Wir dokumentieren an dieser Stelle den Zugtreffpunkt und den kurzen „monday without you“-Aufruf für Dresden.

Der Treffpunkt für die gemeinsame Zuganreise am 2. Oktober zum Party-Crashen in Dresden ist der DB-Infopoint am Leipziger Hauptbahnhof um 12:30.

Pennplätze gibt es nach wie vor beim Bündnis „Solidarity without limits“.

Aufruf:

Am 3. Oktober soll die Hauptaufmerksamkeit der Störung des offiziellen nationalen Taumels gelten. Spitzenpolitiker*innen und Nationalist*innen der Mitte sollen nicht ungestört Abschottung, Ausgrenzung und Ausbeutung abfeiern können! Jedoch werden sie nicht unser einziger Gegner an diesem Tag sein. Denkt man an vergangene Auftritte von Spitzenpolitikern in Sachsen, weiß man warum. Bundesjustizminister Heiko Maas wurde in Zwickau von völkischen Rassist*innen aufgebuht, Bundespräsident Gauck in Sebnitz. Wir wollen weder mit den Nazis und selbsternannten “Systemgegnern von Rechts” gemeinsame Sache machen, noch das offizielle, vermeintlich “weltoffene”, Deutschland verteidigen. Der 3. Oktober soll für alle Nationalist*innen und Rassist*innen, ob bürgerlich-demokratisch oder völkisch, zum Desaster werden! Informiert euch und fahrt mit offenen Augen nach Dresden!

monday without you goes Dresden –  Let’s crash their party!

We Will Fight!-Demonstration in Bautzen am 18.09

Wir dokumentieren hier einen Aufruf des Unterstützer*innenkreis Bautzen, der für morgen (Sonntag, 18.09.2016) zur Teilnahme an folgender Demonstration aufruft:

We Will Rise

“We Will Fight!” Demonstration am 18.09. gegen pogromartige Zustände in Bautzen

Wir rufen hiermit dazu auf, die von in Bautzen lebenden Geflüchteten initiierten Demonstration “We Will Fight!” am 18.09.2016 in Bautzen zu unterstützen!

In Sachsen hat es mal wieder geknallt- dieses Mal in Bautzen, bekannt u.a. für mehrere Anti-Asyldemonstrationen, Übergriffe auf Linke, Asylsuchende, Angehörige der sorbischen Minderheit und ein abgebranntes, ehemaliges Hotel, das zur Unterkunft für Geflüchtete werden sollte.

In der letzten Woche hat sich die Situation in Bautzen zugespitzt. Nach einer Demonstration der Gruppierung “Die Sachsen Demonstrationen” bei der u.a. sächsische NPD-Kader auftraten und freie Kräfte um die Gruppe “StreamBZ” aus Bautzen anwesend waren, kam es zu Übergriffen auf Linke und Asylsuchende. Einen guten Überblick gibt es hier: https://lauterbautzner.eu/2016/09/13/bautzen-fressen-nationalisten/.

Auch in den folgenden Tagen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Nazis und Refugees rund um den Bautzener “Kornmarkt”. Die Eskalation erreichte in der Nacht vom 14. zum 15.09. einen neuen “Höhepunkt”, als nach einer verbalen Auseinandersetzung die Polizei unvermittelt durch Beleidigungen, Drohungen und Gewalttätigkeiten versuchte, die am Kornmarkt anwesenden Asylsuchenden und Supporter_innen vom Platz zu vertreiben. Als sich die Asylsuchenden gegen den Polizeieinsatz zur Wehr setzten, kam es zu einem Pfeffersprayeinsatz, sowie Angriffen durch die anwesenden Nazis. Hier: http://www.lausitznews.de/pressebericht_17533.html lässt sich ein Eindruck von der Situation gewinnen. Anders als im Artikel dargestellt, berichten Augenzeugen jedoch davon, dass die Eskalation von der Polizei ausging und dass es im Anschluss dieser Auseinandersetzung dazu kam, dass Asylsuchende von Nazis durch die Stadt gejagt wurden. Im Nachgang hat die Polizei in einer skandalösen Presseerklärung die Ursache für die Auseinandersetzung jedoch fast ausschließlich bei den Geflüchteten gesehen, eine mittlerweile ganztägige Ausgangssperre für die jungen Geflüchteten verhängt und einige in andere Landkreise zwangsversetzt. Siehe u.a.: https://mopo24.de/nachrichten/bautzen-ausschreitungen-fluechtlinge-einhe… .

Die Polizei stellt sich mehr oder weniger offen zumindest gegen die Geflüchteten – eine Tatsache die schon seit Monaten auch von zivilgesellschaftlichen Akteuren wahrgenommen wird. Die Nazis sind motiviert, angesichts des Polizeistatements und durch das Einlenken des Bürgermeisters Alexander Ahrens, ihren Forderungen nach Verhandlungen nachzukommen, fühlen sie sich mit ihrer Hetze im Recht.

Es ist anzunehmen, dass sich die Situation in Bautzen nicht beruhigt.

Wir wollen die Täter-Opfer Umkehr von Polizei und Presse nicht länger hinnehmen!

Wir wollen den Betroffenen von rassistischer Gewalt, egal ob von Bullen oder Nazis,eine Chance geben ihre Stimme zu erheben und mit ihnen gemeinsam kämpfen!

Die Betroffenen dieser ganzen Scheiße, haben die Schnauze voll! Wir auch!

Deshalb unterstützt ihre Initiative und kommt am 18.09.2016, um 15:30 Uhr, nach Bautzen an den Hauptbahnhof!

Alternativ gibt es einen Zugtreffpunkt ab Bahnhof Neustadt in Dresden um 14:30 Uhr.

Unterstützer_innenkreis Bautzen

 

Die unpolitische Maske entrissen: Interview mit der Kampagne “Rechte Netzwerke zerschlagen!”

Laura und Roman von der Kampagne „Rechte Netzwerke zerschlagen!“ haben dem Portal leipzig.antifa.de ein Interview zur Kampagne gegen die fünfte rechte „Imperium Fighting Championship“ im vergangenen Monat in Leipzig.

Was ist euer Fazit von der Gegendemonstration am Tag der IFC?

  • Laura: Wir sind sowohl mit der Teilnehmer_innenzahl als auch mit der öffentlichen Wahrnehmung sehr zufrieden. Die Demonstration konnte die inhaltliche Aussage unserer Kampagne nochmal untermauern und hat dazu beigetragen, eine große negative Öffentlichkeit für die rechte Imperium Fighting Championship zu schaffen. Von linken Blogs über das Neue Deutschland bis zur Tageszeitung WELT und dem MDR haben viele Medien über die IFC und deren Verstrickungen in das neonazistische Spektrum berichtet. Auch die Tatsache, dass Kämpfer der fünften IFC unter den Angreifern des 11. Januar 2016 in Connewitz sind, fand große mediale Resonanz. Somit war die Demonstration eine gelungene Antwort auf das rechte Bedrohungszenario inklusive der Angriffe des 11. Januar.
  • Roman: Einschränkend ist allerdings anzumerken, dass wir mit der Entschlossenheit und der Geschlossenheit der Demo selbst sehr unzufrieden sind. Es wurden kaum Parolen gerufen, nicht einmal vorm Kohlrabizirkus. Unsere Bitte im Vorfeld, die Fahrräder aus Sicherheitsgründen daheim zu lassen, wurde von vielen ignoriert. Ein großer Teil der Demonstration lief neben den Seitentranspis, was ein großes Sicherheitsrisiko, gerade bei einer Demonstration wie der gegen die IFC, darstellt. Zudem verließen viele die Demonstration vor dem Ende. Dies ermöglicht bei jeder Demonstration Angriffe von Neonazis und Repression seitens der Polizei, gerade am Ende von Demos und ist zutiefst unsolidarisch. Das muss beim nächsten Mal anders laufen, wenngleich wir unsicher sind, was wir dafür tun können.

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Germany is coming home – Mobivortrag gegen die Einheitsfeier in Dresden

Am 3. Oktober will sich die deutsche Nation wieder selbst feiern – dieses Jahr unter dem Motto „Brücken bauen“ in Dresden. Sachsen wurde durch Pegida, Anschläge auf Geflüchtetenunterkünfte und den immer wieder wütenden rechten Mob zum Sinnbild des Rechtsrucks in Deutschland. Und noch viel mehr: Die Landeshauptstadt Dresden ist zum Symbol und Ausgangspunkt der Restauration des neuen deutschen Nationalismus geworden. Die Brücken, die hier gebaut werden, verbinden letztendlich völkische, rassistische und nationalistische Kräfte zu einem Konsens von Abschottung, Armut und Ausgrenzung. Das Dresdner Bündnis “Solidarity without limits – Nationalismus ist keine Alternative” ruft zu Protesten vom 2.-3.10. auf. Warum diese notwendig sind, welche Planungen es gibt und wie sonst Perspektiven linksradikale Politik in Dresden aussehen, soll während der Veranstaltung besprochen werden. Also: Sachsen lädt ein: Let‘s crash their party!

Dienstag 27.09. | 19 Uhr | Conne Island

Eine Veranstaltung von the future is unwritten (Leipzig)

Weitere Infos: 3oct.net

150 Antifas besuchen den Rechts-Anwalt

Die Kampagne „a monday without you“ berichtet von ihrer letzten Aktion am 5. September 2016.

Mit 150 Menschen haben wir heute der Kanzlei von Legida- und NPD-Anwalt Arndt Hohnstädter in der Stephanstraße 8 einen Besuch abgestattet. Unsere Demo begann auf der Eisenbahnstraße. Neben einer Rede über die Tätigkeiten und Netzwerker von Hohnstädter wurde eine Rede zur Kritik der rot-grünen Toleranzinszenierungen gegen Legida, eine Rede zum Verhältnis von Antifaschismus und Kommunismus und eine Rede zur Kritik des rechten Bandenwesens gehalten. Vielen Dank an alle, die an der bisher größten und lautstärksten “monday without you”-Demo teilgenommen haben.

P.S.: Legida hatte heute nur 220 Leute am Start und will im Oktober nicht marschieren. Eine gute Gelegenheit für Antifas aus Leipzig am 3. Oktober nach Dresden zu fahren und die Einheitsfeierlichkeiten zu stören!

Rede: Zur Kritik rechter Banden-Strukturen

An dieser Stelle dokumentieren wir die Rede, die wir am 27.8. bei der Demonstration gegen die rechte „Imperium Fighting Championship“ hielten.

Liebe Freund_innen und Genoss_innen,

unter dem Motto „Rechte Netzwerke zerschlagen!“ haben wir uns heute formiert, um gegen die „Imperium Fighting Championship“ vorzugehen. Notwendig ist dies, weil die Organisator_innen um die Kampfsportler Benjamin Brinsa und Christopher Henze rechte Hooligans sind, die zusammen mit ihrem Umfeld für Angriffe und Bedrohungen gegen linke Strukturen verantwortlich sind. Wir haben nicht vergessen, dass über 200 Nazis und Hooligans parallel zum Legida-Aufmarsch am 11. Januar in Connewitz randaliert haben. Darunter auch die Imperium-Kämpfer Henze, Feucht und Kottke und der Dresdner Freefighter Zimmermann, der ebenfalls bei der IFC kämpfen soll.

Wenn wir den Kampf gegen Rechts ernst nehmen, dürfen wir uns nicht auf die Bekämpfung von Parteien wie AfD, NPD, Die Rechte oder III. Weg beschränken. Im Falle der Imperium-Nazis und ihrer Freund_innen haben wir es mit einem handfesten rechten Bandenwesen zu tun. Dazu gehören Kampfsport-Vereine wie das „Imperium Fight Team“, Ultrà-Gruppen wie das offiziell aufgelöste „Scenario Lok“ und viele mehr. Unterstützt wird dieses Bandenwesen von Geschäftsleuten, Rechtsanwälten und anderen umtriebigen Personen und Strukturen. Organisiert haben sie sich unter anderem in einer WhatsApp-Gruppe, in der sie auch Informationen über politische Gegner_innen austauschen. Nicht alle sind offen oder eindeutig rechtsradikal. Aber Nazis und Rassist_innen nutzen Banden-, Geschäfts- und Hooligan-Strukturen, um an gesellschaftlichen Einfluss und Macht auf der Straße zu gelangen. Die Bandenstrukturen um Brinsa und seine Leute sind kein Einzelfall. Nicht umsonst neigen immer mehr Nazis dazu sich in Bruderschaften und Motorradclubs statt in NS-Kameradschaften zu organisieren. Dort hoffen sie ihr autoritäres, sexistisches und rassistisches Lebensmodell ausleben zu können, ohne zu viel Stress von Repressionsorganen und Antifa-Gruppen zu bekommen. Zur Bekämpfung dieser Strukturen benötigen wir nicht nur eine Analyse der Verstrickungen und Netzwerke der völkischen Aktivist_innen. Ebenso sehr müssen wir uns um ein Verständnis des Bandenwesens, insbesondere des rechten, völkischen, als soziales Phänomen bemühen.

Ein Schlüsselmoment zu dessen Verständnis ist die krisenhafte Entwicklung des Kapitalismus in der Spätmoderne. Voraussetzung für die gegenwärtige Attraktivität von nicht-rechten, rechtsoffenen und rechten Banden gleichermaßen ist eine Krise der modernen Institutionen und Lebenswelten. Mitte des vergangenen Jahrhunderts sorgte die fordistische Industrie mit ihrer Masse an Arbeitsplätzen für stabile und straff organisierte patriarchale Lebenswelten. Auf den Arbeitsplatz war Verlass, Alltagsstruktur, Beziehungen und Urlaub waren unmittelbar mit dem Arbeitsplatz verbunden und boten auch eine langfristige Verlässlichkeit. Nach der mikroelektronischen Revolution sieht das vollkommen anders aus. Heute haben wir es mit struktureller Massenarbeitslosigkeit, einem hohen zeitlichen und nervlichen Flexibilitätsdruck und dem ständigen Wechsel von Arbeitsplätzen zu tun. Das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit schwebt über jeder und jedem. Auch der Nationalstaat ist in die Krise geraten. Die Globalisierung der Märkte, steigende Staatsverschuldung und die Entstehung von selbst krisenhaften supranationalen Organisationen wie der EU können hier als Phänomene benannt werden.

Während wir uns nach emanzipatorischen Alternativen zu Arbeit, Nationalstaat und Kapitalismus umsehen, tut dies ein großer Teil der Bevölkerung nicht. Die mittlerweile strukturell unbefriedigte Sehnsucht nach einer strukturierten, patriarchalen Lebenswelt treibt gerade Männer dazu, sich nach dem do-it-yourself-Prinzip in Banden, Hooligan-Gruppen, Ultrà-Gruppen, Bruderschaften oder Motorradclubs zu organisieren. Das geschieht sicherlich auch vor dem Hintergrund des gefühlten Machtverlust des Mannes in dieser Gesellschaft. Dass derartige Strukturen nicht zwangsläufig rechts sein müssen, liegt auf der Hand. Dass sie einen idealen Anknüpfungspunkt für Nazi-Kader liefern, die eine reaktionäre Gegenmacht zum Staat aufbauen wollen, ebenfalls. Wenn wir uns organisieren, vernetzen und Auseinandersetzungen führen, um eine Gesellschaft jenseits von Staat und Kapital zu erkämpfen, ist die Auseinandersetzung mit den reaktionären Schein-Alternativen zu freiem Markt und Staat unerlässlich. Banden mit Machtanspruch wie wir sie in den Dunstkreisen des „Imperium Fight Team“ vorfinden – aber auch nicht-rechte Bandenstrukturen wie zum Beispiel diverse Motorradgangs – sind ebenso Teil des Problems wie Bullen, Ordnungsamt und andere autoritäre Strukturen des Staates. Deshalb lasst uns gemeinsam eine emanzipatorische Selbstorganisation jenseits von Arbeitsmarkt und Staat forcieren!

Rechte Netzwerke zerschlagen!

Für den Kommunismus!

Transparent: "Erinnert ihr euch noch an Rostock-Lichtenhagen? "Besorgten Bürgern", Nazis und anderen Rassist*innen entgegen treten. the future is unwritten. um's Ganze"

Von Leipzig nach Heidenau

Gestern ging es zusammen mit etwa 250 weiteren Antifaschist*innen nach Heidenau, in den sächsischen Ort, in dem im gesamten letzten Jahr einer der heftigsten rassistischen Riots in Deutschland getobt hatte. Die Demonstration sollten den Finger in die Wunde derjenigen legen, die sich damals dem Treiben der Nazis in Tateinheit mit unzähligen sogenannten „besorgten BürgerInnen“ wohlwollend oder ignorant gegenüber verhalten haben und dies mit Sicherheit in weiten Teilen heutzutage immer noch tun. Wie erklärt man sonst die Meinung eines CDU-Bürgermeisters (Jürgen Opitz), der auf eine Demonstration gegen das Vergessen rechter Gewalt mit folgenden Worten reagiert: >>Demos sind aus meiner Sicht völlig überflüssig. Diese Demos nützen niemandem.<< sowie >>Die Bevölkerung muss nicht aufgerüttelt werden. Ich sehe nicht, dass uns das demokratisch weiterbringt.<< (zitiert im nd-Artikel) Als indirekte Antwort auf die Meinung ihres Bürgermeisters gab es am Rande der Demonstration leider immer wieder obligatorische Provokationen durch Neonazis, das Zeigen von Hitlergrüßen sowie Pöbeleien diverser besorgter BürgerInnen. Nichtsdestotrotz schaffte es die Demonstration überregionale Beachtung zu finden.

Mit dieser Demonstration wollten die organisierenden Gruppen das Schweigen in der sächsischen Provinz brechen und die Ausschreitungen gegen Geflüchtete nicht einfach in Vergessenheit geraten lassen. Neben diversen Redebeiträgen lokaler und anderer sächsischer Gruppen und Initiativen haben auch wir eine Rede gehalten, in der es grob gesagt um den aktuellen Stand völkischer und nazistischer Strukturen in Sachsen sowie probate antifaschistische Organisierungs- und Interventionsperspektiven dagegen ging. Eine Veröffentlichtung wird im Rahmen der Aktivitäten gegen die deutschen Einheitsfeierlichkeiten in Dresden im Oktober stattfinden.

Unser Dank gilt allen Menschen, die gestern mit uns in Heidenau auf der Straße waren und die im alltäglichen Kampf gegen rechts, egal ob in Heidenau, Pirna, Dresden, Plauen oder sonstwo, den Kopf nicht in den Sand stecken!

Weiterhin widmet sich die Kampagne ‪#‎irgendwoindeutschland‬ der Thematisierung des rassistischen Normalzustands in Deutschland:
https://irgendwoindeutschland.org/

Hier einige Pressequellen:
1. neues deutschland: Gegen den Rassismus der „besorgten Bürger“ und der Mitte

2. Sechel-Blog: Sonntags in Heidenau

3. MDR Sachsen: Bürgermeister: Seid ihr besorgt oder seid ihr Rassisten?

4. tagesschau: Fremdenfeindliche Krawalle: Gedenken im sächsischen Heidenau

Zuganreise zur Heidenau-Demonstration

Fast ein Jahr ist nun seit den menschenverachtenden Ausschreitungen in Heidenau vergangen. Deshalb wird es am 21.08.2016 eine Demonstration von verschieden Gruppen aus der Region in Heidenau selbst unter dem Motto „Wir vergessen nicht! Das Schweigen der sächsischen Provinz brechen!“ geben.

Aus Leipzig wird es eine gemeinsame Zuganreise geben. Treffpunkt ist 10:40 am Infopoint am Hauptbahnhof.

Von Dresden wird sich um 12.45 am Bhf Neustadt getroffen und geht mit dem Zug um 13.20 ab Bhf Neustadt und für alle die dazusteigen am Hbf DD um 13.29 nach Heidenau.